Kratzt sich dein Hund ständig an den Pfoten, beißt sich in die Flanken oder hält dich nachts mit stundenlangem Lecken wach? Vielleicht fallen dir auch wiederkehrende Ohrenentzündungen oder Magen-Darm-Probleme auf. Allergien sind bei Hunden weit verbreitet und können für das Tier sowie für Halter:innen extrem belastend sein.
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem deines Hundes fehlerhaft auf eigentlich harmlose Substanzen aus der Umwelt oder dem Futter. Der Körper behandelt diese Stoffe wie gefährliche Eindringlinge und schüttet Entzündungsstoffe wie Histamin aus. Das führt zu Entzündungsprozessen, die sich meist an der Haut, den Ohren oder im Verdauungstrakt bemerkbar machen.
Typische Symptome einer Allergie beim Hund
Eine Allergie zeigt sich bei Hunden selten nur durch typische "Heuschnupfen"-Symptome wie Niesen. In den meisten Fällen reagiert die Haut. Durch das ständige Kratzen, Beißen und Lecken wird die natürliche Hautbarriere beschädigt, was häufig zu sekundären Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen führt.
Achte besonders auf folgende Warnzeichen:
- Rote, juckende Haut, besonders an Pfoten, Bauch, Leiste, Achseln und im Gesicht
- Häufiges Pfotenlecken oder Knabbern an den Läufen
- Wiederkehrende Ohren- oder Hautinfektionen
- Kreisrunder Haarausfall oder schuppiges Fell
- "Hot Spots" (plötzlich auftretende, stark nässende und schmerzhafte Hautentgleisungen)
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen oder Blähungen
- "Schlittenfahren" (Rutschen auf dem Hinterteil)
- Rote, tränende Augen, Niesen oder Husten
Achtung: In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Anaphylaxie (akuter Schockzustand) kommen – zum Beispiel nach einem Insektenstich oder der Gabe bestimmter Medikamente. Wenn dein Hund plötzlich starke Schwellungen im Gesicht zeigt, erbricht oder kollabiert, handelt es sich um einen akuten Notfall!
Welche Allergien gibt es beim Hund?
Symptome und Auslöser können sehr unterschiedlich sein. Manche Hunde leiden zudem unter mehreren Allergieformen gleichzeitig.
1. Umwelt- und Saisonallergien (Atopische Dermatitis)
Hierbei reagiert der Hund auf eingeatmete oder über die Haut aufgenommene Stoffe wie Pollen von Bäumen, Gräsern und Kräutern, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben. Die Beschwerden treten oft saisonal auf, können sich im Laufe der Jahre aber auch zu einem ganzjährigen Problem entwickeln. Rassen wie Bulldogs, Terrier, Golden Retriever oder Shih Tzus neigen genetisch bedingt besonders häufig dazu.
2. Flohallergie (Flohallergiedermatitis)
Die Flohallergie ist die häufigste Ursache für allergischen Juckreiz beim Hund. Dabei reagiert das Tier nicht auf den Floh selbst, sondern allergisch auf Proteine im Flohspeichel. Schon ein einziger Flohstich kann tagelangen, extremen Juckreiz und nässende Hautentzündungen auslösen.
3. Futtermittelallergie
Entgegen vieler Vermutungen machen echte Futtermittelallergien nur etwa 10% aller Allergiefälle bei Hunden aus. Meistens reagieren Hunde dabei auf bestimmte Proteinquellen im Futter – etwa Rind, Huhn, Lamm, Soja oder Weizen. Futtermittelallergien zeigen sich sowohl durch Magen-Darm-Probleme als auch durch Hautjuckreiz.
(Wichtig: Eine Allergie unterscheidet sich von einer reinen Unverträglichkeit, bei der das Immunsystem nicht beteiligt ist).
4. Kontaktallergien
Sehr selten reagieren Hunde direkt auf Materialien, mit denen ihre Haut in Berührung kommt – zum Beispiel bestimmte Waschmittel im Hundebett, Pflanzengifte auf der Wiese oder Plastiknäpfe.
Wie wird eine Allergie beim Hund diagnostiziert?
Die Diagnostik erfordert etwas Geduld und verläuft nach dem Ausschlussprinzip. Zunächst müssen andere Ursachen wie Hautmilben, Pilzinfektionen oder hormonelle Erkrankungen durch Abstriche oder Blutuntersuchungen ausgeschlossen werden.
Steht der Verdacht auf eine Allergie fest, helfen folgende Schritte:
- Ausschlussdiät (Eliminationsdiät): Der verlässlichste Weg bei Verdacht auf Futtermittelallergie. Dein Hund bekommt über 8 bis 12 Wochen ausschließlich eine Protein- und Kohlenhydratquelle, die er noch nie zuvor gefressen hat, oder ein spezialisiertes, hydrolysiertes Futter.
- Allergietests (Blut- oder Hauttest): Werden genutzt, um genaue Auslöser bei Umweltallergien (Pollen, Milben) zu identifizieren.
Wie lassen sich Allergien beim Hund behandeln?
Allergien sind meist nicht heilbar, lassen sich mit der richtigen Strategie aber hervorragend kontrollieren:
- Konsequenter Flohschutz: Bei allen allergischen Hunden ist ein ganzjähriger, lückenloser Schutz vor Parasiten Pflicht.
- Ernährungsumstellung: Bei einer Futtermittelallergie führt das konsequente Vermeiden des Auslösers schnell zur Beschwerdefreiheit.
- Medikamentöse Juckreizlinderung: Moderne Medikamente (wie gezielte Antikörpertherapien oder spezielle Wirkstoffe) können den Juckreiz schnell und nebenwirkungsarm stoppen.
- Hyposensibilisierung (Desensibilisierung): Bei Umweltallergien wird dem Hund das Allergen in steigender Dosierung gespritzt, um das Immunsystem langfristig an den Stoff zu gewöhnen.
- Unterstützung zu Hause: Pfoten nach dem Spaziergang mit einem feuchten Tuch abwischen, regelmäßiges Baden mit beruhigenden Medizinalshampoos sowie die Gabe von Omega-3-Fettsäuren zur Stärkung der Hautbarriere.
Wann solltest du einen Termin bei Rex vereinbaren?
Anhaltender Juckreiz beeinträchtigt die Lebensqualität deines Hundes enorm.
Vereinbare zeitnah einen Termin bei uns, wenn dein Hund:
- sich ständig kratzt, leckt oder an den Pfoten knabbert,
- nässende, krustige oder offene Hautstellen ("Hot Spots") zeigt,
- wiederholt unter schmerzhaften Ohrenentzündungen leidet,
- anhaltenden Durchfall oder häufiges Erbrechen aufweist,
- du eine professionell begleitete Ausschlussdiät starten möchtest.
Bei Rex helfen wir dir und deinem Hund mit einer gründlichen Ursachenforschung, gezielter Diagnostik und einem individuellen Therapieplan für ein beschwerdefreies Hundeleben.