Wenn dein Hund erbricht, ist das verständlicherweise beunruhigend. Die gute Nachricht: Erbrechen ist bei Hunden relativ häufig – selbst bei sonst gesunden Tieren. Auslöser können harmlos sein, manchmal aber auch ernst. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und bei Bedarf tierärztlichen Rat einzuholen.
Erbrechen kann auf eine Magenverstimmung hinweisen, aber auch auf Stress oder Angst. Wenn es häufig auftritt, kann das auf ernste Ursachen wie einen Darmverschluss, eine Magendrehung, eine Vergiftung oder eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten. In solchen Fällen ist ein schneller Besuch beim Tierarzt entscheidend.
Erbrechen oder Hochwürgen?
Erbrechen ist nicht dasselbe wie Regurgitation (passives Hochwürgen von unverdautem Futter). Beim Erbrechen sind oft weitere Anzeichen zu sehen: Unruhe, Speicheln, Lecken der Lefzen oder Würgebewegungen.
Auch das Aussehen des Erbrochenen kann Hinweise geben:
- Teilweise verdaute Nahrung: Magen hat das Futter nicht lange behalten.
- Gelb oder schaumig: Magen ist leer, Galle ist im Erbrochenen.
- Schwarz: könnte auf verdautes Blut hindeuten.
- Hellrot: frisches Blut – sofort zum Tierarzt.
Wenn möglich, mach ein Foto oder notiere dir Auffälligkeiten. Das hilft dem Tierarzt bei der Diagnose.
Häufige Ursachen für Erbrechen bei Hunden
1. Futterumstellung und Fressverhalten
Ein plötzlicher Futterwechsel gehört zu den häufigsten Ursachen für Erbrechen. Hunde reagieren empfindlich auf Veränderungen in der Ernährung. Futter immer schrittweise über 7–10 Tage umstellen, indem du kleine Mengen des neuen Futters untermischst.
Auch zu hastiges Fressen kann den Magen reizen. Manche Hunde schlingen ihr Futter herunter und schlucken dabei viel Luft – was zu Erbrechen kurz nach dem Fressen führen kann. Hilfreich sind Anti-Schling-Näpfe oder mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
2. Plötzliches Erbrechen
Manchmal tritt Erbrechen ganz plötzlich auf – etwa wenn dein Hund etwas Unerlaubtes gefressen hat: Abfälle, verdorbenes Futter oder ungeeignete Lebensmittel.
Geht es dem Hund ansonsten gut (frisst, trinkt, verhält sich normal), kann man oft zunächst beobachten. Mehrfaches Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzreaktionen oder Apathie sind jedoch Warnsignale für einen Tierarztbesuch.
3. Bakterielle Infektionen und Verdauungsprobleme
Bakterien wie Salmonellen, E. coli oder Campylobacter können über verunreinigtes Futter, Wasser oder Oberflächen aufgenommen werden. Rohfutter oder verdorbene Lebensmittel bergen ein höheres Risiko.
Typische Begleitsymptome sind:
- Durchfall (evtl. mit Blut oder Schleim)
- Fieber
- Appetitverlust
- Müdigkeit
Gerade bei Welpen oder kleinen Hunden droht schnell Dehydrierung – dann sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.
4. Giftige Lebensmittel oder Fremdkörper
Manche Nahrungsmittel sind für Hunde giftig, auch wenn sie für uns Menschen harmlos sind:
- Schokolade
- Trauben und Rosinen
- Zwiebeln und Knoblauch
- Xylit (Süßstoff in zuckerfreiem Kaugummi)
- Macadamianüsse
- Avocado
Auch verschluckte Gegenstände wie Spielzeug, Socken oder Plastik können zu Erbrechen führen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung oder das Verschlucken eines Fremdkörpers sofort zum Tierarzt – am besten innerhalb von zwei Stunden, um noch gezielt Erbrechen auslösen zu können.
5. Darmverschluss
Ein Darmverschluss ist ein Notfall. Auslöser sind oft Maiskolben, Knochenstücke, Spielzeug oder Stoffreste.
Symptome:
- Wiederholtes oder erfolgloses Erbrechen
- Erbrechen von Schaum oder Flüssigkeit
- Aufgeblähter, harter Bauch
- Schmerzen
- Futter- und Wasserverweigerung
Weitere mögliche Ursachen
Nicht jedes Erbrechen hängt mit dem Futter zusammen. Mögliche Auslöser sind auch:
- Reisekrankheit (vor allem bei jungen Hunden)
- Stress oder Angst (Umzug, neue Haustiere, laute Geräusche)
- Parasiten, Virus- oder bakterielle Infektionen
- Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
- Futtermittelallergien
Wann zum Tierarzt?
Sofortige Abklärung ist nötig, wenn dein Hund:
- mehrfach kurz hintereinander erbricht
- Blut im Erbrochenen hat
- Bauchschmerzen oder aufgeblähten Bauch zeigt
- lethargisch ist oder nicht frisst/trinkt
- wiederholt erfolglos zu erbrechen versucht
Behandlung zu Hause bei mildem Erbrechen
Wenn dein Hund nur einmal erbrochen hat und sonst fit wirkt, kann eine 12–24-stündige Futterpause helfen (Wasser anbieten, außer der Tierarzt rät ab). Danach langsam mit Schonkost starten:
- Gekochtes, fettarmes Hühnerfleisch ohne Haut und Knochen
- Gekochter Reis oder Kürbis
- Mehrere kleine Portionen am Tag
Bessern sich die Symptome nicht oder treten sie erneut auf, sollte der Hund untersucht werden.
Vorbeugung
- Futter langsam umstellen
- Keine Tischreste oder riskanten Snacks geben
- Gefährliche Gegenstände außer Reichweite halten
- Regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt
Ein einmaliges Erbrechen kann harmlos sein – doch wiederholtes, plötzliches oder blutiges Erbrechen sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Wenn du dir unsicher bist, ob hinter den Symptomen deines Hundes etwas Ernsteres steckt oder er möglicherweise etwas Gefährliches gefressen hat, helfen wir bei Rex gern weiter. Buche einfach online einen Termin in deiner nächstgelegenen Praxis – auch kurzfristig.