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Erbrechen beim Hund Was dahintersteckt und wie du helfen kannst

Medizin
Hunde
01
.
January
2026

Wenn dein Hund erbricht, ist das verständlicherweise beunruhigend. Die gute Nachricht: Erbrechen ist bei Hunden relativ häufig – selbst bei sonst gesunden Tieren. Auslöser können harmlos sein, manchmal aber auch ernst. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und bei Bedarf tierärztlichen Rat einzuholen.

Erbrechen kann auf eine Magenverstimmung hinweisen, aber auch auf Stress oder Angst. Wenn es häufig auftritt, kann das auf ernste Ursachen wie einen Darmverschluss, eine Magendrehung, eine Vergiftung oder eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten. In solchen Fällen ist ein schneller Besuch beim Tierarzt entscheidend.

Erbrechen oder Hochwürgen?

Erbrechen ist nicht dasselbe wie Regurgitation (passives Hochwürgen von unverdautem Futter). Beim Erbrechen sind oft weitere Anzeichen zu sehen: Unruhe, Speicheln, Lecken der Lefzen oder Würgebewegungen.

Auch das Aussehen des Erbrochenen kann Hinweise geben:

  • Teilweise verdaute Nahrung: Magen hat das Futter nicht lange behalten.
  • Gelb oder schaumig: Magen ist leer, Galle ist im Erbrochenen.
  • Schwarz: könnte auf verdautes Blut hindeuten.
  • Hellrot: frisches Blut – sofort zum Tierarzt.

Wenn möglich, mach ein Foto oder notiere dir Auffälligkeiten. Das hilft dem Tierarzt bei der Diagnose.

Häufige Ursachen für Erbrechen bei Hunden

1. Futterumstellung und Fressverhalten

Ein plötzlicher Futterwechsel gehört zu den häufigsten Ursachen für Erbrechen. Hunde reagieren empfindlich auf Veränderungen in der Ernährung. Futter immer schrittweise über 7–10 Tage umstellen, indem du kleine Mengen des neuen Futters untermischst.

Auch zu hastiges Fressen kann den Magen reizen. Manche Hunde schlingen ihr Futter herunter und schlucken dabei viel Luft – was zu Erbrechen kurz nach dem Fressen führen kann. Hilfreich sind Anti-Schling-Näpfe oder mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.

2. Plötzliches Erbrechen

Manchmal tritt Erbrechen ganz plötzlich auf – etwa wenn dein Hund etwas Unerlaubtes gefressen hat: Abfälle, verdorbenes Futter oder ungeeignete Lebensmittel.

Geht es dem Hund ansonsten gut (frisst, trinkt, verhält sich normal), kann man oft zunächst beobachten. Mehrfaches Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schmerzreaktionen oder Apathie sind jedoch Warnsignale für einen Tierarztbesuch.

3. Bakterielle Infektionen und Verdauungsprobleme

Bakterien wie Salmonellen, E. coli oder Campylobacter können über verunreinigtes Futter, Wasser oder Oberflächen aufgenommen werden. Rohfutter oder verdorbene Lebensmittel bergen ein höheres Risiko.

Typische Begleitsymptome sind:

  • Durchfall (evtl. mit Blut oder Schleim)
  • Fieber
  • Appetitverlust
  • Müdigkeit

Gerade bei Welpen oder kleinen Hunden droht schnell Dehydrierung – dann sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

4. Giftige Lebensmittel oder Fremdkörper

Manche Nahrungsmittel sind für Hunde giftig, auch wenn sie für uns Menschen harmlos sind:

  • Schokolade
  • Trauben und Rosinen
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Xylit (Süßstoff in zuckerfreiem Kaugummi)
  • Macadamianüsse
  • Avocado

Auch verschluckte Gegenstände wie Spielzeug, Socken oder Plastik können zu Erbrechen führen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung oder das Verschlucken eines Fremdkörpers sofort zum Tierarzt – am besten innerhalb von zwei Stunden, um noch gezielt Erbrechen auslösen zu können.

5. Darmverschluss

Ein Darmverschluss ist ein Notfall. Auslöser sind oft Maiskolben, Knochenstücke, Spielzeug oder Stoffreste.

Symptome:

  • Wiederholtes oder erfolgloses Erbrechen
  • Erbrechen von Schaum oder Flüssigkeit
  • Aufgeblähter, harter Bauch
  • Schmerzen
  • Futter- und Wasserverweigerung

Weitere mögliche Ursachen

Nicht jedes Erbrechen hängt mit dem Futter zusammen. Mögliche Auslöser sind auch:

  • Reisekrankheit (vor allem bei jungen Hunden)
  • Stress oder Angst (Umzug, neue Haustiere, laute Geräusche)
  • Parasiten, Virus- oder bakterielle Infektionen
  • Nieren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Futtermittelallergien

Wann zum Tierarzt?

Sofortige Abklärung ist nötig, wenn dein Hund:

  • mehrfach kurz hintereinander erbricht
  • Blut im Erbrochenen hat
  • Bauchschmerzen oder aufgeblähten Bauch zeigt
  • lethargisch ist oder nicht frisst/trinkt
  • wiederholt erfolglos zu erbrechen versucht

Behandlung zu Hause bei mildem Erbrechen

Wenn dein Hund nur einmal erbrochen hat und sonst fit wirkt, kann eine 12–24-stündige Futterpause helfen (Wasser anbieten, außer der Tierarzt rät ab). Danach langsam mit Schonkost starten:

  • Gekochtes, fettarmes Hühnerfleisch ohne Haut und Knochen
  • Gekochter Reis oder Kürbis
  • Mehrere kleine Portionen am Tag

Bessern sich die Symptome nicht oder treten sie erneut auf, sollte der Hund untersucht werden.

Vorbeugung

  • Futter langsam umstellen
  • Keine Tischreste oder riskanten Snacks geben
  • Gefährliche Gegenstände außer Reichweite halten
  • Regelmäßige Vorsorge beim Tierarzt

Ein einmaliges Erbrechen kann harmlos sein – doch wiederholtes, plötzliches oder blutiges Erbrechen sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Wenn du dir unsicher bist, ob hinter den Symptomen deines Hundes etwas Ernsteres steckt oder er möglicherweise etwas Gefährliches gefressen hat, helfen wir bei Rex gern weiter. Buche einfach online einen Termin in deiner nächstgelegenen Praxis – auch kurzfristig.

Häufige Fragen zum Erbrechen bei Hunden

Für...

Ist Erbrechen bei Hunden normal?

Gelegentliches Erbrechen kann harmlos sein, etwa bei einer Magenverstimmung. Häufiges, blutiges oder sehr plötzliches Erbrechen sollte tierärztlich abgeklärt werden.

Woran erkenne ich, ob mein Hund erbricht oder nur hochwürgt?

Erbrechen wird von Anzeichen wie Speicheln, Unruhe oder Würgen begleitet. Hochwürgen passiert meist passiv und ohne Vorwarnung.

Welche Farbe des Erbrochenen ist unbedenklich – und welche nicht?

Gelb oder schaumig ist meist harmlos. Schwarz oder hellrot kann auf Blut hindeuten. In diesen Fällen solltest du sofort zum Tierarzt.

Kann eine Futterumstellung Erbrechen auslösen?

Ja. Ein zu schneller Wechsel führt häufig zu Magenproblemen. Futter immer über 7–10 Tage langsam mischen und schrittweise anpassen.

Was tun, wenn mein Hund plötzlich erbricht?

Wenn der Hund sonst normal frisst, trinkt und sich verhält, kannst du beobachten. Mehrfaches Erbrechen, Apathie oder Schmerzen sind Warnsignale für den Tierarzt.

Welche Infektionen können Erbrechen verursachen?

Bakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder E. coli können zu Erbrechen und Durchfall führen. Besonders Welpen sind gefährdet und können schnell dehydrieren.

Welche Lebensmittel sind giftig und führen zu Erbrechen?

Schokolade, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Xylit, Macadamianüsse und Avocado sind giftig. Bei Verdacht auf Giftaufnahme sofort zum Tierarzt.

Wie erkenne ich, ob ein Fremdkörper die Ursache ist?

Typische Anzeichen sind wiederholtes Erbrechen, Bauchschmerzen, Würgen ohne Erfolg, Futterverweigerung oder Aufblähungen. Das ist ein Notfall.

Was gehört zur Schonkost, wenn mein Hund erbrochen hat?

Gekochtes, fettarmes Huhn ohne Haut und Knochen, Reis oder Kürbis in kleinen Portionen. Verschlechtert sich der Zustand, Tierarzt aufsuchen.

Wann sollte ich dringend einen Termin beim Tierarzt buchen?

Bei wiederholtem, blutigem Erbrechen, Schmerzen, Apathie, Vergiftungsverdacht oder Fremdkörperverdacht. Bei Rex bekommst du auch kurzfristige Termine. Termin online buchen.